Fachtagung 19

Der „Übergang“ zum Lernfeldkonzept, der vor nunmehr gut 15 Jahren durch Handreichungen der Kultusministerkonferenz initiiert wurde, stellt den wohl radikalsten Versuch einer verordneten Reform des Berufsschulunterrichts dar, den es seit der Etablierung des dualen Systems gegeben hat. Gerade im Berufsfeld „Wirtschaft und Verwaltung“ scheint der offene oder heimliche Widerstand gegen diese „Zumutung“ eines neuen curricularen Leitbildes und einer veränderten Lernkultur am verbreitetsten zu sein. Zugleich haben sich jedoch in der schulischen Praxis vielfältige Formen der Umsetzung oder besser der konkreten Ausformung dieses Konzepts entwickelt, die dann in der Regel über die Veränderung der Curricula und des Unterrichts hinaus auch Impulse für die Organisationsentwicklung und die Personalentwicklung gegeben haben.

Mit der Fachtagung soll der Versuch unternommen werden, die Eindringlichkeit und die Nachhaltigkeit dieser Innovation auszuloten.

In einem ersten Block sollen durch „Rückblicke und Einblicke“ die berufsbildungspolitischen Intentionen des Lernfeldkonzepts und seine Rezeption im wissenschaftlichen Diskurs und in der Forschung reflektiert werden. Die Perspektive der schulischen und betrieblichen Praxis auf diese Reform soll in einer moderierten Diskussion ausgelotet werden. In einem dritten Block wird thematisiert, inwiefern das Lernfeldkonzept Ausgangspunkt für strukturelle Veränderungen in der beruflichen Bildung war. Schließlich soll in einer vierten Folge von Beiträgen und einem offenen Diskussionsforum der Frage nachgegangen werden, wie sich das Lernfeldkonzept im Zusammenklang mit anderen Entwicklungstendenzen im Berufsbildungssystem weiterentwickeln wird.